Startseite: Autorenportrait Ulrich Karger


Büchernachlese | Kurzhinweise 2026


Neben den nachfolgenden des aktuellen Erscheinungsjahrs können auch noch siehe Links oben insgesamt 664 Kurzhinweise zu den Jahren 2003 bis 2025 abgerufen werden:

Sortiert nach Genre und dem Alphabet der Autorennamen führen die verlinkten Genrebezeichnungen zum jeweils ersten Kurzhinweis.
(Nachfolgend mit >>> Amazon gekennzeichnete Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, wird die Büchernachlese mit einer kleinen Provision beteiligt. Für Sie/Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Das Wo, Wann und Wie eines Produkterwerbs bleibt natürlich Ihnen/Dir überlassen.)

  • Belletristik:
  • Krimis / Thriller: M.W. Craven, Douglas Preston & Lincoln Child, Toni Rivera, Arno Strobel
  • SF / Fantasy / Horror / Mystery:
  • Kinder- & Jugendliteratur (Bilderbücher): Sabine Bohlmann & Emilia Dziubak, Nina Hultsch, Jan Kaiser & Ina Hattenhauer, Susannah Lloyd & Kate Hindley, Fred Paronuzzi & Mariana Ruiz Johnson, Sibylle Schumann & Sophie Mertes sowie Annalisa & Marina Durante, Johanna Thydell & Sara Gimbergsson
  • Sachbuch:



  • Belletristik


    Krimis / Thriller

    Eigentlich ist die SCAS-Abteilung ja für Serienmorde zuständig und deshalb ist DS Washington Poe erstmal einigermaßen irritiert, dass er wegen eines Mordes zu einem Hinterhof-Bordell in Carlisle gerufen wird. Dann allerdings fällt ihm auf, dass offenbar jemand aus dem Ermittlerteam eine Keramikfigur entwendet haben muss, die auf einem Foto der Spurensicherung noch zu sehen ist. Bei der Figur handelte sich um eine Ratte - und Poes Teamkollegin Tilly Bradshaw erinnert sich alsbald an einen ungeklärten und etliche Jahre zurückliegenden Banküberfall, bei dem nichts entwendet wurde, stattdessen aber eine Ratten-Keramikfigur vor dem Tresor zurückgelassen wurde ...
    Nach Der Zögling , Der Gourmet, Der Kurator wurde mit Die Witwe nun auch der vierte Band der 2018 begonnenen Krimireihe von M. W. Craven in deutscher Übersetzung vorgelegt. Endlich.
    Je tiefer DS Washington Poe und seine geniale Analystin Tilly Bradshaw in die Ermittlungen eintauchen, umso verzwickter wird der Fall. Und neben der FBI-Agentin Melody Lee, die ihnen schon im letzten Fall sehr hilfreich zur Seite stand, will nun auch noch der MI5 mitmischen.
    Tatsächlich braucht es dann auch die Mitwirkung aller Beteiligten, um von langer Hand geplante Verbrechen jemandem konkret zuordnen zu können.
    Ausgezeichnet als bester Thriller des Jahres mit dem CWA Ian Fleming Steel Dagger setzt auch dieser Band mit Washington Poe und Tilly Bradshaw im Mittelpunkt wieder ganz andere und neue Akzente, als die zuvor erschienenen Romane dieser Reihe. Abgesehen von den beiden Serienhelden bleibt aber eines gleich: auch dieser Kriminalroman lässt einen von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr los - und kaum hat man sie gelesen, will man die Lektüre des fünften Bandes beginnen können, der paradoxerweise ja als erste Übersetzung dieser Reihe unter dem Titel Der Botaniker seit bereits seit 2023 vorliegt. Und laut Verlag soll schon im November 2026 auch der sechste Band "Die Prediger" erscheinen …
    Wohl denen, die den ersten Band noch nicht kennen, denn die können und sollten(!) auch noch alle weiteren Vorgängerbände lesen, da nicht zuletzt die Hintergrundgeschichten der Held:innen Poe und Tilla chronologisch fortgeschrieben werden. Ulrich Karger
    (M.W. Craven: Die Witwe. Washington Poe und Tilly Bradshaw ermitteln, Band 4. Kriminalroman. Aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger. Droemer Verlag, München 2026. 508 Seiten. 16,99 Euro. ISBN: 978-3-426-28460-5)
    >>> Amazon

    In den Badlands von New Mexiko wird das Skelett einer Frau gefunden. Sie hatte sich offenbar auf ihrem Weg in diesen Teil der Wüste nach und nach vollkommen entkleidet und ist dann qualvoll verdurstet. Ihre Hände umschließen jedoch noch immer zwei seltene Steine, die von den alten Chaco-Völkern wegen ihres Blitzens zur Götterbeschwörung verwendet wurden ...
    Ein Selbstmord der Frau ist bald auszuschließen - doch weswegen fand sie dann den Tod in der Wüste?
    Preston & Child setzen mit Old Bones - Der Fluch der Wüste als fünftem Band ihrer Thriller-Reihe um die Archäologin Nora Kelly und die frischgebackene FBI-Agentin Corrie Swanson fort.
    Erneut sehr überzeugend und spannungsreich mit der US-amerikanischen Historie verknüpft, wurden besagte Steine von einem im Mittelalter lebenden indigenen Volk benutzt, das als Hexer gefürchtet war und im 13. Jahrhundert ein abruptes Ende fand. Corrie und Nora nehmen alsbald Kontakt zu Wissenschaftlern bzw. Kollegen von Nora auf, um deren Einschätzung dazu zu erlangen - denn schon ist eine weitere Leiche mit solchen Steinen entdeckt worden, die zudem Folterspuren aufwies. Die Beschäftigung mit längst vergessenen Ritualen lässt auf eine uralte, dunkle und bösartige Macht schließen, die einmal erweckt, nichts als Zerstörung verheißt ...
    Bei aller Mystery in dieser Geschichte, die zuletzt aber einigermaßen plausibel aufgelöst wird, bietet auch dieser Band innerhalb seines Genres durchaus gute Unterhaltung. Ulrich Karger
    (Douglas Preston & Lincoln Child: Old Bones - Der Fluch der Wüste. Thriller. Aus dem Englischen von Michael Benthack. Knaur Verlag, München 2026. 395 Seiten. 16,99 Euro. ISBN: 978-3-426-65978-6
    >>> Amazon

    In Lugano kann beim Auffinden von Toten, wenn nicht Altersschwäche oder Krankheit, eigentlich stets ein Unfall als Ursache für deren Ableben angenommen werden - denn die Zeiten, in denen es im Tessiner Süden ein Tötungsdelikt zu ermitteln gab, liegen lange zurück. Umso ungläubiger reagierte Capitano Rossi, als dessen neue Assistentin Ispettrice Gemma Crivelli gleich innerhalb weniger Stunden zweimal den Polizeicode für "Mord" simst. Doch er muss Crivelli alsbald zustimmen: Diese beiden Todesfälle beruhen offenkundig auf Gewaltverbrechen ...
    Die Familie sehen und sterben ist der erste Band der Krimireihe Capitano Rossi ermittelt im Tessin von Toni Rivera. Wobei "Toni Rivera" wiederum das Pseudonym eines "bekannten deutschsprachigen Autors" sein soll, der "seine Kindheit im Tessin verbracht hat und heute wieder dort lebt."
    Früher verbargen sich Autoren komplett hinter Pseudonymen - warum der genannte Autorenname nun gleich im Klappentext als Pseudonym "geoutet" wird, folgt natürlich einer anderen (Werbe-)Logik als damals. Nun denn, nach Lektüre der ersten 50 Seiten stand zu vermuten, der Autor will seinen echten Namen nicht mit der ungewollten Parodie eines Ermittlers aus den 1950er Jahren in Verbindung bringen.
    Denn dieser offenbar knapp 60-jährige Capitano Enzo Rossi wird als ziemlich fauler, eher mäßig intelligenter, dafür umso mehr frauenverachtender Macho vorgestellt, dessen einziges Plus sein älterer Bruder Fabrizio ist.
    In der Kindheit haben sie beide, er mit 7, Fabrizio mit 9 Jahren, ihren erst 5-jährigen Bruder in dem Hochwasser führenden Fluss in der Nachbarschaft verloren. Kurz darauf legten beide ein Gelübde ab: Enzo wollte Polizist werden, um auf alles und alle besser aufpassen zu können, und Fabrizio wollte reich werden, denn in seinen Augen war die Armut ihrer Familie schuld daran, dass sie seinerzeit keinen angemesseneren Ort zum Spielen als den Fluss gefunden hatten.
    Enzo wurde Polizist - und Fabrizio wurde reich, in dem er als Mafiosi bzw. kraft organisierter Kriminalität Millionen über Millionen z.B. im Baugeschäft anhäufte. Und für Fabrizio blieb und bleibt die Familie das Wichtigste - und so musste Enzo keine finanziellen Probleme fürchten, allerdings zu dem Preis, das wirklich jede und jeder, auch Ispettrice Gemma Crivelli, in Lugano weiß, wer sein Bruder ist und wie er zu seinem Reichtum gekommen ist.
    Und diese sich mit Anflügen von Situationskomik nach und verdeutlichende Familien-Konstellation kulminiert immerhin im letzten Drittel in einen Spannungsbogen, der auf den letzten Seiten durchaus krimigemäße Sogwirkung entfaltet - und am Schluss in einem Cliffhänger endet, der eine Fortsetzung dieser Krimireihe eigentlich unmöglich erscheinen lässt.
    Aber wen das betrüben könnte, sei getröstet, der zweite Band wird bereits im Buchumschlag des ersten für das nächste Frühjahr in 2027 angekündigt ... Ulrich Karger
    (Toni Rivera: Die Familie sehen und sterben. Capitano Rossi ermittelt im Tessin. Roman. Galiani Berlin Verlag, Köln 2026. 280 Seiten. 17,00 Euro. ISBN: 978-3-86971-317-5)
    >>> Amazon

    Vor ihrer Uni sieht die Medizinstudentin Luisa Menkhoff ein Suchplakat, das eine vermisste Frau zeigt. Luisa erkennt Nicole Klement sofort - seinerzeit war sie die Lebensgefährtin und Komplizin von Dr. Joachim Lichner, der Luisa als Fünfjährige entführt hatte. Und Luisas bereits verstorbener Vater wirkte als Polizist bei der Festnahme Lichners mit.
    Alles Gründe für sie, sich sofort an die Münchner Polizei zu wenden, weil sie zudem wegen ihres eidetischen Gedächtnisses nach wie vor über umfangreiche Detailkenntnisse verfügt, mit denen sich ggf. auch ein Zusammenhang zum jetzigen Verschwinden herstellen ließe. So trifft Luisa auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der eigentlich gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen - aber sofort von Luisas Fähigkeiten überzeugt ist und deshalb noch ein wenig länger für sein bisheriges Kommissariat tätig sein will ...
    Arno Strobel legt mit Ungelöst - Die erste Zeugin den ersten Band einer neuen Thrillerserie um Hauptkommissar Ramin Brunner und Luisa Menkhoff vor. Und da der Roman bei Amazon bereits zwei Wochen nach Erscheinen mit einem Ranking um die 70 durch die Decke zu gehen scheint und ihm bereits über 230 Kundenrezensionen im Schnitt 4,4 Sterne zuerkennen, scheint der Autor damit ja Erfolg zu haben.
    Der Erfolg sei ihm gegönnt, aber mir ist schleierhaft, worauf er eigentlich beruht ...
    Der Plot wie auch die Anlage der Hauptfiguren sind schlicht an den Haaren herbeigezogen und wenig überzeugend, was sich dann auch noch mit Sentenzen zum Ausdruck gebracht wird, wie: "Er lächelt sie an mit dieser Boshaftigkeit, die sie nie vergessen kann. Ein Lächeln wie das Versprechen des Todes. 'Du hast mich nicht besiegt', sagt er. Seine Stimme klingt wie das Kratzen einer Rasierklinge auf Glas. 'Du kannst mir nicht entkommen. Nie.'"
    Und was der 28-jährige Hauptkommissar ("1,82 m, durchtrainiert, blaue Augen, schwarze Haare") und die 22-jährige Studentin ("1,70 m, schlank, graugrüne Augen, rotblonde Haare") so denken und fühlen, klingt als Gegenüber des zitierten "geheimnisvollen" Täters nicht weniger klischeebeladen - und gleich ab ihrer ersten Begegnung knistert es zwischen den beiden natürlich.
    Da ist es kaum noch erwähnenswert, dass diese Reihe ja eigentlich das Geschehen um besagte, noch zu gründende Cold-Case-Einheit im Zentrum haben sollte, aber stattdessen ist es ein reines Kuddelmuddel, um zu zeigen, dass dieser junge Superkommissar eigentlich alles könnte, z.B. auch eine weit höhere leitende Funktion zu übernehmen oder jedes andere x-beliebige Kommissariat, wenn er nur wollte.
    Nun ja, viele mögen so etwas offenbar ... Ulrich Karger
    (Arno Strobel: Ungelöst - Die erste Zeugin. Thriller. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2026. 379 Seiten. 18,00 Euro. ISBN: 978-3-596-71298-4)
    >>> Amazon


    SF / Fantasy / Mystery


    Kinder- & Jugendliteratur (Bilderbücher)

    Die Maus findet im Wald ein seltsames Ding. Das Opossum weiß gleich, was das ist, nämlich ein Schiff - und damit stechen die beiden dann gleich in See. Doch das Fröschlein meint, das ist ein Flugzeug, ganz klar - also fliegen sie alle zusammen über die Wolken bis zu einem Wolkenschloss. Doch dann kommt der Bär und sagt, das ist ein Haus, in dem sie es sich gemütlich machen können. Aber am nächsten Morgen sagt die Elster, das wird ihr Laden, in dem sie ihre Glitzerdinge verkaufen kann - doch die will dann keiner. Da kommt die Taube und sagt, das stimmt alles nicht, denn das ist ein Karton.
    Ein Kattonk? Ein Kattakatong? Ein Kadong?? Und zu was ist das gut? Nur um etwas zu verschicken und dann wegzuwerfen?
    Sabine Bohlmann hat sich für Was ist denn ein Kattonk? einen wunderbar inspirierenden Text ausgedacht, den Emilia Dziubak mit ebenso wunderbar farbigen Illustrationen samt liebenswürdigen Tierhelden ausgestattet hat.
    Denn die das seltsame Ding korrekt bezeichnende und erläuternde Taube hat auch gleich erkannt, wie traurig die anderen wegen ihrer Erkenntnisse sind. Da fällt ihr ein, dass man mit einem leeren Karton ja auch wunderbar spielen kann ... Ulrich Karger
    (Sabine Bohlmann: Was ist denn ein Kattonk? Bilderbuch. Illustrationen: Emilia Dziubak. Thienemann Verlag, Stuttgart 2026. 24 Seiten. 15,00 Euro. Ab 4 Jahre. ISBN: 978-3-522-46284-6)
    >>> Amazon

    Lola ist gerade erst mit ihrer Mama die Stadt gezogen. Einfach mal rauszugehen um ein anderes Kind von nebenan zu treffen, traut sie sich noch nicht. Da spielt sie lieber mit ihrem Kuscheltier, dem Bären, der zugleich ihr bester Freund ist. Doch als der Bär in der ersten Nacht in ein magisches Mondlicht getaucht wird, verwandelt er sich in einen riesengroßen, sehr lebendigen Bären, mit dem sie sogleich die neue Gegend erkunden kann ...
    In einer Mondnacht ist das erste Bilderbuch bzw. die erste Veröffentlichung überhaupt von Nina Hultsch (Jahrgang 1998) - und sie legt mit diesem Debüt gleich einen sehr gelungenen Einstand hin!
    Kein Wort zu viel, keines zu wenig erzählt der altersgemäße Text von einem Ausflug in die Nacht zu verschiedenen Tieren, bei dem Lola deren Behausungen kennenlernt und mit ihnen spielen kann - und all das eingebettet in wunderbar das Thema farbig widerspiegelnden Illustrationen.
    Kein Wunder, dass Lola, als sie am nächsten Morgen gut gelaunt erwacht, das wenig später im Nachbargarten sitzende Mädchen ganz einfach fragt: "Hey du! Wollen wir zusammen spielen?"
    Für Kinder ab 3 Jahren in ähnlichen Situationen als so schöner wie überzeugender Impulsgeber sehr zu empfehlen. Ulrich Karger
    (Nina Hultsch: In einer Mondnacht. Bilderbuch. Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 2026. 33 Seiten. 16,00 Euro. Ab 3 Jahre. ISBN: 978-3-407-79017-0)
    >>> Amazon

    Der Titel Alle Tiere müssen mal, vom Biber bis zum Buckelwal muss nicht weiter erläutert werden, da er bereits das Thema dieses Bilderbuchs für Kinder ab 4 Jahre mehr als deutlich macht.
    Kinderliteratur über die feststofflichen Körperausscheidungen, meist stellvertretend von (Fantasie-)Tieren, wird spätestens seit Furzipups, der Knatterdrache von immer mehr Verlagen angeboten - nun eben auch von Thienemann.
    Bemerkenswert hieran sind zuallererst die wirklich witzigen und durchgehend in sich schlüssigen, vierzeiligen Reime von Jan Kaiser, der neben den Ausscheidungen der im Titel genannten, auch die vieler weiterer Tiere, wie Alpakas, Robben, Otter und Nattern, Mäuse, Igel, Dinosaurier, Kolibris (in Superzeitlupe!), Faultiere, Wombats (in Würfelform!), Orkas, Aale und zuletzt den "Fliegenschiss" erläutert - samt der finalen Erkenntnis:
        "All das", spricht Professor Flo,
        "kommt bei Tieren aus dem Po."
        Und dann geht er selbst aufs Klo.

    Dazu noch die farbigen, nicht minder witzigen Illustrationen von Ina Hattenhauer, die mit ihrem liebevoll Comic-haften Strich alle diesbezüglichen tierischen Eigenarten stets auf den exakten Punkt bringt - so auch zu dieser kleinen Kostprobe:
        "Zum Beispiel hier: Alpakakacka!
        fliegt mit Schmackes übern Acker.
        Und schau, wie das Alpaka lacht,
        das Alpakakacka macht."

    Tja, wer würde da nicht schauen wollen ...? Ulrich Karger
    (Jan Kaiser: Alle Tiere müssen mal, vom Biber bis zum Buckelwal. Bilderbuch. Illustrationen: Ina Hattenhauer. Thienemann Verlag, Stuttgart 2026. 24 Seiten. 15,00 Euro. Ab 4 Jahre. ISBN: 978-3-522-46046-0)
    >>> Amazon

    An dem Vogel Marcel und dem Regenwurm Steve soll der Unterschied von groß und klein erläutert werden. Und das klingt dann ähnlich wie eine "Reportage" in der Sesamstraße:
    "Hallo zusammen, ich begrüße euch zu diesem WAHNSINNIG SPANNENDEN Buch zum Thema GRÖSSE.
    Das ist der Vogel Marcel, er ist GROSS.
    Der Wurm Steve ist … Moment, WO IST STEVE?
    MARCEL?! Spuck ihn SOFORT wieder aus!"

    Unter dem völlig am Inhalt vorbeigehenden Titel Ich war's nicht! spult die Autorin Susannah Lloyd in der Übersetzung von Maren Illinger besagte Reportage ab, in der immer wieder Marcel ermahnt werden muss, den kleinen Steve nicht vollends aufzufressen - was er aber zu keinem Zeitpunkt von irgendjemandem je bestritten hat. Auch der englische Originaltiel zielt da mit Who ate Steve? am Inhalt vorbei, denn Marcel hat Steve zwar des Öfteren im Schnabel, aber frisst ihn bis zur letzten Seite nicht auf - im Gegenteil:
    Zuletzt wird nämlich Marcel von der Katze Felicitas gefressen, die sich auch nach einem "OH, SCHÄM DICH, FELICITAS" WIE KONNTEST DU NUR?" zufrieden wie Garfield nach dem Verzehr von Lasagne ihren Bauch streichelt.
    Wie vom Verlag vorgeschlagen für Kinder ab 3 Jahre, ist dieses Bilderbuch trotz (oder auch wegen) der tollen auf den sarkastischen Punkt gebrachten Illustrationen von Kate Hindley wohl eher nicht zu empfehlen.
    Für Erwachsene, die wie der Rezensent durchaus schwarzen Humor zu schätzen wissen und mit diesem Bilderbuch womöglich einem anderen Erwachsenen einen so "zarten" wie subtilen Fingerzeig geben wollen, könnte es hingegen eine passende Botschaft enthalten ... Ulrich Karger
    (Susannah Lloyd: Ich war's nicht! Bilderbuch. Aus dem Englischen von Maren Illinger. Illustrationen: Kate Hindley. Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 2026. 29 Seiten. 15,00 Euro. Ab ? Jahre. ISBN: 978-3-407-75253-6)
    >>> Amazon

    Klingeling!, Schnurr!, Schlürf!, Schmatz! und Klack! - so beginnt der von Stefanie Beck ins Deutsche übersetzte Text von Fred Paronuzzi in dem Bilderbuch Psst, Krach, Bumm - Wie klingt ein Tag?, das Mariana Ruiz Johnson mit auf den Punkt gebrachten, farbenprächtigen Illustrationen im zweidimensionalen Comic-Stil ausgestattet hat.
    Auch wenn nicht immer die Geräusche selbst, sondern meist "nur" wie bei Mickey Maus die Entenhausener Lautierung von Geräuschen ins Deutsche übersetzt wurden, wird diese Bilderbuchkombination ganz gewiss zum Mitmachen und Selber-Geräusche-Nachmachen anregen, wie sie u.a. ab dem Aufstehen, am Frühstückstisch, im Badezimmer, im Kindergarten, im Schwimmbad oder auf der Straße neben einer Baustelle zu hören sind. (Bleibt nur noch die Frage, wie sich eigentlich die Geräusche im italienischen Original des Bilderbuches lesen bzw. anhören ...) Ulrich Karger
    (Fred Paronuzzi: Psst, Krach, Bumm - Wie klingt ein Tag?. Bilderbuch. Illustrationen: Mariana Ruiz Johnson. Aus dem Italienischen von Stefanie Beck. Hanser Verlag, München 2026. 28 Seiten. 16,00 Euro. Ab 3 Jahre. ISBN: 978-3-446-28313-8)
    >>> Amazon

    Mein Lupen-Wimmelbuch - Wald und Wiese zeigt als großformatiges Pappbilderbuch auf sechs Doppelseiten unterschiedliche Lebensbereiche von Tieren im Wald und auf der Wiese.
    Auf der ersten Doppelseite werden Maulwürfe, Igel, Waldmaus und Regenwurm unter der Erde veranschaulicht, und darüber u.a. Rehe, Kaninchen und Eichhörnchen.
    Auf der zweiten Doppelseite geht es um Tiere neben, auf und unter einem See, auf der dritten insbesondere um Schmetterlinge und Bienen, auf der vierten um Tiere, die nachts wach sind, auf der fünften um allerlei Krabbeltiere und schließlich auf der sechsten Doppelseite um Tiere und deren Spuren im Schnee.
    Den titelgebenden Clou an dem Buch bilden auf drei Seiten jeweils eine auch von Kleinkindern gut zu handhabende "Lupe", die mit viel Bewegungsfreiheit einmal das Innere eines Kobels von Eichhörnchen, dann das Innere einer Bienenwabe und zuletzt das Innere eines Ameisenhügels sichtbar werden lässt.
    Während man sich bald fragt, warum es mit Sibylle Schumann und Sophie Mertes gleich zwei Textautorinnen für die drei kleinen, erläuternden Texte und die einfachen Bildhinweise zu Tieren und Pflanzen bedurfte, sind die nahezu fotorealistisch farbenprächtigen Illustrationen von Annalisa und Marina Durante wirklich bemerkenswert, da allesamt ausgezeichnet ausgeführt. An ihnen werden sich nicht nur 3-jährige, sondern auch etwas ältere Kinder noch lange nicht satt sehen. Ulrich Karger
    (Sibylle Schumann & Sophie Mertes: Mein Lupen-Wimmelbuch - Wald und Wiese. Pappbilderbuch. Illustrationen: Annalisa & Marina Durante. Esslinger Verlag, Stuttgart 2026. 12 Seiten. 16,00 Euro. Ab 3 Jahre. ISBN: 978-3-480-24114-9)
    >>> Amazon

    Basse hat weißes Fell, eine große Nase und nach oben abstehende Ohren - und er darf als Kuschelfreund als einziger jede Nacht bei Tove im Bett schlafen, denn sie haben sich gegenseitig am liebsten. Und am Samstag gehen sie normalerweise in die Eisdiele, aber heute nicht. Denn Tove hat Besuch von ihrer Cousine, und die will mit ihr ins Schwimmbad. Erstmal ist Basse froh, trotz der Einwände der Cousine von Tove mitgenommen zu werden - doch dann findet er es im Schwimmbad nur noch gefährlich und hat Angst ...
    In Teddy geht schwimmen erzählt die schwedische Autorin Johanna Thydell anhand eines Kuscheltiers als Identifikationsfigur, dass man im Vertrauen auf seine Freunde neue und auch gefährliche Situationen nicht nur gut überstehen, sondern dabei auch über sich selbst hinauswachsen kann. Allerdings gilt das hier nur für ein Kuscheltier, das zudem mit seinen Fähigkeiten, im Wasser Pupse-Luftblasen erzeugen und scheinbar in echt Eis essen zu können, nicht ganz konsequent in seiner Rolle durchgehalten wird.
    So oder so kämen jedenfalls die Abenteuer Basses als Vorbild für Kinder schnell an ihre Grenzen und könnten zu Ende gedacht von Eltern bestenfalls als haarsträubend bewertet werden.
    Trotz der äußerst stimmigen und gut ausgeführten Illustrationen von Sara Gimbergsson kann man hier auch keine drei gerade sein lassen und das Ganze einfach als lustige Bilderbuchgeschichte anerkennen. Dazu ist das Thema einfach zu wichtig und Basse als Identifikationsfigur zu sehr daneben. Ulrich Karger
    (Johanna Thydell: Teddy geht schwimmen. Bilderbuch. Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger. Illustrationen: Sara Gimbergsson. Thienemann Verlag, Stuttgart 2026. 27 Seiten. 15,00 Euro. Ab 3 Jahre. ISBN: 978-3-522-46262-4
    >>> Amazon


    Sachbuch



    buechernachlese.de © Ulrich Karger seit 2000